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„Das wird sonst ein Industriehafen“

Schifferseelsorger Horst Borrieß warnt ausdrücklich vor einer kompletten Verspundung des Dattelner Meeres

Horst Borrieß :: „Das wird sonst optisch ein Industriehafen.“

Die Uferböschung am Dattelner Meer – hier im Einmündungsbereich zur Neuen Fahrt des Dortmund-Ems-Kanals – komplett zu verspunden, davor warnt Diakon Horst Borrieß. Auch,weil der stadtnahe Erholungsbereich dadurch erheblich verändert würde.

Fotos: Rainer Raffalski


Der Landschaftsbeirat steht noch am Anfang seiner Beratungen zum geplanten Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals zwischen Dattelner Meer und Löringhof, der 2013 beginnen und insgesamt 45 Millionen Euro kosten soll. Vorsitzender Thomas Schiffgens kündigte nach der jüngsten Sitzung des Gremiums allerdings an, dass sich ein Arbeitskreis schon bald intensiv mit dem Vorhaben beschäftigen werde. Derweil ist die öffentliche Auslegung der Planunterlagen im Zuge der Planfeststellung nach dem Bundeswasserstraßen-Gesetz vorüber, die Frist für Einwändungen und Bedenken sind abgelaufen. Schifferseelsorger Horst Borrieß, mit Herz und Ohr seit fast 30 Jahren an der Wasserkante, hat, wie er auf Anfrage der WAZ sagte, eine Stellungnahme an die Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Münster abgegeben.

 

Horst Borrieß :: Nur eine Spundwandseite würde reichen
Nur eine Spundwandseite würde reichen.
Eindringlich warnt der Kenner der Binnenschifffahrt davor, das Dattelner Meer komplett zu verspunden.
Borrieß’ Befürchtung: „Das wird sonst optisch ein Industriehafen.“
Er begründet das unter anderem damit, dass zum Beispiel die jetzt über einen Steiger zu erreichenden Versorgungsschiffe dann direkt am Ufer liegen und aus Sicherheitsgründen womöglich vergittert werden müssten. Ferner erinnert Borrieß an die Wirkung von Sog undWelle. Sein Vorschlag: „Die Binnenschifffahrt bräuchte nur eine Spundwandseite.“ Sog- und Wellenwirkung würden sich dann füralle Schifffahrtstreibenden klären – besonders für die Sport- und Freizeitschifffahrt. Vor dem Hintergrund, dass ihm die Bewahrung der Schöpfung am Herzen liege, regt Borrieß in seiner Stellungnahme ferner an, dass im Zuge der Ausbaumaßnahme der Binnenschifffahrt eine komplette Landstromversorgung zur Verfügung gestellt wird. Stromgeneratoren dürften nicht der Regelfall in den Schiffsliege- und Ruhezeiten werden. Auch eine Slipanlage für die Boote vonTHW,DRK,DLRG oder Feuerwehr gehöre aus seiner Sicht an Europas größten Kanalknotenpunkt. Im Stadtentwicklungsausschuss wurde mit Blick auf den Sport-und Ruderbootbetrieb beschlossen, den Punkt „Wellengang“ in die Stellungnahme der Stadt aufzunehmen.